Novemberecho

Am 5.Dezember 2016 war die Buchpremiere meines Buches NOVEMBERECHO in Berlin Mitte. Besonders gefreut habe ich mich, weil an diesem Abend Gerrit Meijer- Gitarrist und Gründungsmitglied der Berliner Bands PVC und White Russia zu Besuch war, um mit mir den PVC-Hit Berlin by night zu spielen.

Auf dem Foto hier sind Pete Haley von der Band SHOSHIN, sowie Flake, den man nicht zu erklären braucht und Torsten Stütz, der Bewahrer des Feeling B zu sehen.

Keynkampf

Das Buch habe ich vor vielen Jahren als Erstlinkswerk geschrieben. Keynkampf hat inzwischen einiges an Geschichte hinter sich.

Der Buchtitel meint natürlich, auf eine bestimmte Art zu kämpfen und nicht etwa das Gegenteil.

Ab und an lese ich es selber noch mal. Manche Stellen im Buch finde ich ganz gut. Manche nicht.

Das ist, wie bei Auftritten mit der Band. Man will es das nächste Mal besser machen.

Perfekt wird es zum Glück nie.

Der Wellenraum

Das ist das Buch, an dem ich gerade schreibe.

In diesem Buch sterben zwei Männer auf sehr verschiedene Art. Nachdem sie ihren letzten Atemzug getan haben, finden sie sich in einem dunklen, gestaltlosen Raum wieder. In ihm vernehmen sie eine Stimme, die ihnen etwas ankündigt:

Sie werden auf die Erde zurück kehren, um eine Aufgabe zu erfüllen. Aber nicht in Menschengestalt, sondern als Melodien.

 

Hier gibt es eine kleine Leseprobe:

 

Musik zu sein fühlte sich gut an. Alles geschah jetzt unmittelbarer. Als Mensch hatte sich EAJohnson ständig mit seinem Körper über irgend etwas einigen müssen. Auch hatte sein Körper laufend Bedürfnisse. Er wollte täglich essen und anschliessend aufs Klo. Er wollte schlafen oder spazieren gehen oder er wollte Sex. Er konnte Zahnschmerzen bekommen oder dieses dumpfe, unklare Reissen im Unterleib, dass sich einmal, als EA noch gelebt hatte als Nierenentzündung heraus gestellt hatte. Jetzt war er von all dem befreit. Die Welt um ihn herum durchdrang ihn jetzt und er durchdrang sie. Alles war in weiser, plausibler, heller Bewegung. Er konnte spüren, dass auch die aller langsamsten Zyklen in der Welt, das Wachstum der Bäume, der Wechsel der Jahreszeiten, Wachstum und Zerfall, die Menstruation der Frauen und Mädchen, das Leben und das Sterben auf der Erde Teil einer Gesamtkomposition waren, der auch er angehörte.

Diese Komposition war aber nicht starr und festgelegt. Niemand hätte sie auf Papier aufschreiben können. EA konnte sich frei in ihr bewegen, Overtüre, Mittelteil und Finale sein. Leise oder laut, langsam oder schnell.

Von der Gebundenheit an seinen menschlichen Körper befreit war er jetzt schwingendes Bewusstsein.

Aber er war nicht allein. Etwas kommunizierte gelegentlich mit ihm und erinnerte ihn daran, dass er bald in einem neuen Körper auf die Erde zurück kehren würde, um etwas, das wahrscheinlich seine Seele war, zu vervollständigen.

Etwas bat oder besser gesagt empfahl ihn jetzt in einen dunklen Raum zu dringen, und darin zu warten. Worauf und wie lange blieb vorerst ein Geheimnis.

 

 

Ich spürte, wie sich plötzlich mein Bewusstsein trübte und mit einer unbestimmten Dunkelheit mischte. In dieser Dunkelheit war ich nicht allein. Etwas kommunizierte mit mir. Dieses etwas schien einem anderen Mann zu entstammen, denn ich hörte deutlich eine Stimme. "Hallo, ist hier außer mir noch wer?" "Nach kurzem Zögern entschloss ich mich, zu antworten. "Ja, ich bin hier, wer sind sie?"
"Ich erinnere mich nicht" sagte die Stimme. "Ich glaube, ich bin gerade gestorben."
"Ich auch" sagte ich. " Mein Name war....zuerst war ich mir sicher, mir würde mein Name gleich einfallen, aber je intensiver ich mich zu erinnern versuchte, um so mehr schien mir das zu entgleiten, das ich immer für meine Erinnerungen gehalten hatte

 

 Bald darauf schien es mir, als würde sich ein drittes Bewusstsein in unseren schwarzen, konturenlosen Raum begeben haben.
Dieses Bewusstsein begann jetzt, mit uns zu kommunizieren.
Das geschah aber nicht mehr mit Worten und Sätzen, nicht einmal mit Klängen.
Die Kommunikation war unmittelbar und von einer großen Klarheit, die keine Missverständnisse und Fehldeutungen zuließ.
Etwas sagte mir, dass wir nun für eine neue Aufgabe auf der Erde vorbereitet werden würden.
"Was ist mit meinen Erinnerungen geschehen? "Wollte ich wissen" "Du wirst Deine Erinnerungen vorerst nicht mehr benötigen, jedenfalls nicht in der Form, in der Du sie bis jetzt gekannt hast."